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Samen und Aussaat

Artikel von: Ted Rosen  |  Bild von: Ted Rosen
Samen und Aussaat
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Manche Pflanzensamen eignen sich nur für die Direktaussaat im Freien, andere kann man auch im Haus anzüchten. Hier finden Sie Informationen darüber, wie Sie Samen drinnen und draußen anpflanzen, wann die richtige Zeit zur Aussaat ist und wie Sie die Saattiefe berechnen können.

Unterschiedliche Samenarten
Im Handel kann man zwischen verschiedenen Samenarten wählen. Samen werden danach klassifiziert, wie sie bestäubt werden. Viele Hobbygärtner verwenden Samen aus der Hybridzucht. Diese Samen weisen eine höhere Krankheitsresistenz, Vorhersehbarkeit und Einheitlichkeit auf, da sie von Pflanzen stammen, die unter streng kontrollierten Bedingungen bestäubt wurden.
Samen von hybriden Pflanzen können allerdings nicht für die Anzucht von Pflanzen im darauf folgenden Jahr wieder verwendet werden. Sie wachsen nur sehr schlecht, wenn überhaupt, und es lohnt sich nicht, die Samen fürs nächste Jahr zu sammeln.

Samen ungekreuzter, natürlich bestäubter Pflanzen (durch Vögel, Insekten oder Wind) können aufgehoben und im nächsten Jahr mit Erfolg ausgesäht werden. Die Samen sind meist genetisch identisch mit den Mutterpflanzen, können jedoch auch leicht davon abweichen.

Alte Kulturpflanzensorten sind ursprüngliche Pflanzenarten mit einer großen genetischen Variation. Sie unterscheiden sich sowohl von Generation zu Generation als auch zwischen den verschiedenen Samen in einem Paket in Keimfähigkeit, Wachstum und Ertrag.
Anzucht im Haus
Gewisse Pflanzen, die eine lange Zeit zum Reifen brauchen ( z.B. Tomaten oder Kürbisse), sollten bereits zum Ende des Winters drinnen im Haus oder in der Wohnung angezüchtet werden, um ihnen zu einem frühen Start zu verhelfen. Dazu braucht man ein sonniges Fenster, vor das man die Anzuchtplatte stellen kann. Nicht alle Samen beginnen zu keimen. Bei einer Anzucht im Haus kann man somit frühzeitig feststellen, welche Samen keimen und welche nicht und vermeidet damit, wertvollen Platz im Garten zu verschwenden, was vor allem bei großen Pflanzen praktisch ist.
Faktoren der Keimung
Die richtige Lichtmenge (oder Dunkelheit), Feuchtigkeit, Sauerstoff und Temperatur sind wichtige Faktoren für das Keimen der Samen im Haus. Die meisten Samen benötigen eine doppelt so große Saattiefe wie ihr Durchmesser. Samen werden in feuchte, leicht verdichtete, sterile Aussaaterde ausgesät. Für die meisten Samen sollte die Temperatur des Nährmediums (nicht die der umliegenden Luft) 18 bis 23 C betragen, was bei einem sonnigen Platz am Fenster gegeben ist. Details zu den richtigen Keimbedingungen finden Sie auf dem Samenpäckchen.
Samen nicht auf Vorrat kaufen
Samen sind nur begrenzt haltbar, deshalb immer nur fürs gleiche Jahr kaufen. Samenpäckchen halten sich am besten in Plastiktüten an einem Ort mit niedriger Luftfeuchtigkeit und einer Temperatur von 4 bis 5 C.
Zum richtigen Zeitpunkt aussäen
Es ist wichtig, die Samen zum richtigen Zeitpunkt auszusäen. Um den Zeitpunkt zur Aussaat zu errechnen, müssen Sie vom letztmöglichen Frosttag in Ihrer Gegend rückwärts zählen. Sobald die Setzlinge eine gewisse Größe erreichen, muss man sie ins Freie aussetzen, aber das Wetter muss mitspielen. Wenn Sie die Samen zu früh im Haus aussäen und draußen ist es noch zu kalt zum Aussetzen der Setzlinge, werden die Pflanzen schwach. Auf dem Samenpäckchen erhalten Sie Informationen dazu, wieviele Tage die Samen zum Keimen brauchen und wie lange es dauert, bis Sie ernten können.

Sie sollten für jedes Gemüse, das Sie anpflanzen, die Zeit bis zur Ernte berechnen. Für eine Gurkenpflanze sieht das z.B. so aus:
Zeitdauer bis zum Keimen nach Packungsangabe: 5 bis 7 Tage.
Zeitdauer bis zur Ernte: 58 Tage.
Demnach dauert es 7 Tage + 58 Tage = 65 Tage vom Aussäen bis zur Ernte.

Angenommen, der letzte Frosttag für ihre Region ist normalerweise der 1. Mai. Auf dem Samenpäckchen erfahren Sie, wann die Setzlinge zum Aussetzen bereit sind. Nehmen Sie jetzt einen Kalender zur Hand. Sie können leicht auszählen, dass Sie um den 15. April mit der Aussaat der Gurkensamen im Haus anfangen müssen und dass die Setzlinge um den 7. Mai ausgesetzt werden können. Dabei ist eine Woche Spielraum nach dem letzten Frost einkalkuliert. Sie können also um den 20. Juni herum ernten.
Samenpäckchen lesen!
Alle wichtigen Informationen zum Anpflanzen befinden sich auf dem Samenpäckchen z.B. in welcher Tiefe man den Samen säen muss, ob man ihn vorher wässern sollte, in welcher Saatdichte man anpflanzen muss, wieviel Licht die Pflanze braucht, wieviele Tage es bis zur Keimung dauert und wann man ernten kann. Wählen Sie keine Pflanzen aus, bei denen der Zeitraum zwischen Aussaat und Ernte in Ihrer Region länger als die Wachstumsperiode (die Zeit zwischen dem letzten Frost im Frühjahr bis zum ersten Frost im Herbst) ist.
Anzucht im Haus – Schritt für Schritt
Bild Samen und Aussaat Schritt 10
1. Verwenden Sie eine sterile, im Handel erhältliche Aussaaterde. Erde aus dem Garten ist zu schwer und außerdem nicht steril. Füllen Sie kleine Saattöpfe mit Aussaaterde und drücken Sie diese leicht an. Sie können entweder wiederverwendbare Plastiktöpfe oder biologisch abbaubare Torftöpfe nehmen. Bei Torftöpfen ist die Gefahr des Überwässerns größer als bei Plastiktöpfen.
Bild Samen und Aussaat Schritt 11
2. Blumentöpfe auf Untersetzer oder tiefe Tabletts setzen, damit kein Wasser auf den Boden tropft.
Bild Samen und Aussaat Schritt 12
3. Die Erde vor dem Aussäen der Samen von oben und unten anfeuchten, sonst werden die Samen nach dem Säen aus der Erde geschwemmt. Wenn Sie ein tiefes Tablett verwenden, etwas Wasser darauf gießen, damit die Aussaaterde es langsam aufsaugen kann.
Bild Samen und Aussaat Schritt 13
4. Bei größeren Samen mit einem Zahnstocher ein Loch in die leicht festgedrückte Erde stechen, und zwar so tief, wie der Samen gepflanzt werden muss. Kleinere Samen direkt auf die Erde legen und leicht hineindrücken. Pflanzen Sie nicht mehr als 2-3 Samen pro Topf. Die Setzlinge können später weiter ausgedünnt werden.
Pflanzungstiefe
Daumenregel: die Saattiefe entspricht dem doppelten Durchmesser des Samenkorns. Der Nährstoffspeicher der Samen ist begrenzt und die Setzlinge können nicht aus der Erde herauswachsen, wenn sie zu tief gepflanzt werden.
Bild Samen und Aussaat Schritt 14
5. Töpfe beschriften! So wissen Sie gleich, welcher Topf welche Samen enthält.
Bild Samen und Aussaat Schritt 15
6. In einer warmen Umgebung keimen Samen schneller. Um die Temperatur zu erhöhen, können Sie die Anzuchttöpfe mit Plastik abdecken. Das Plastik sollte entfernt werden, sobald die Setzlinge sichtbar werden.
Bild Samen und Aussaat Schritt 16
7. Die Erde muss ständig feucht gehalten werden, darf aber nicht wasserdurchtränkt sein. Man muss die Samen bzw, Setzlinge regelmäßig wässern (ohne Dünger). Am besten geht es mit einer Sprühflasche, damit die winzigen Setzlinge nicht ausgewaschen werden. Wenn die Samen anfangen zu sprießen, kann zu wenig Wasser zum Vertrocknen der Pflänzchen führen.
Bild Samen und Aussaat Schritt 17
8. Sobald die Samen gekeimt sind, brauchen die Setzlinge viel Sonnenlicht oder künstliches Licht. Die Setzlinge wachsen in Lichtrichtung. Drehen Sie die Töpfe deshalb täglich um eine Vierteldrehung, so dass die Setzlinge gerade nach oben wachsen.
Bild Samen und Aussaat Schritt 18
9. Die Setzlinge müssen einige Tage vor dem Aussetzen an die Witterungsbedingunen draußen gewöhnt werden. Man spricht dabei vom Abhärten. Mehr Informationen finden Sie im Artikel Setzlinge umpflanzen.
Direkte Aussaat im Freien:
Bild Samen und Aussaat Schritt 20
1. Wählen Sie den Zeitpunkt zur Aussaat enstprechend der Anzahl der Tage, die die Pflanze bis zur Reife benötigt. Wenn Sie zu spät aussetzen, können die Pflanzen beim ersten Herbstfrost erfrieren und absterben, bevor Sie ernten können. Beachten Sie die Regeln der Fruchtfolge beim Aussäen. Zuvor muss der Boden vorbereitet und eingeebnet werden. Die Erde darf nicht zu nass ist. Um den Feuchtigkeitsgrad der Erde zu testen, eine Handvoll Erde aufheben und zusammen drücken,. Die Erde sollte nicht aneinanderhaften, sondern bröselig sein. Wenn die Erde zu feucht ist, vor dem Aussäen warten, bis die Erde getrocknet ist .
Bild Samen und Aussaat Schritt 21
2. Bei der Planung Ihrer Pflanzreihen die Information auf den Samenpäckchen gut durchlesen und beachten. Bedenken Sie bei der Planung ausreichend Platz für Zugang, Stäbe und Rankgitter zu lassen.
Bild Samen und Aussaat Schritt 22
3. Säen Sie die Samen dünn in den auf dem Päckchen angegebenen Abständen aus. Das kann mit sehr kleinen Samen schwierig sein. Wenn Sie zu dicht gesät haben, können Sie die Pflanzen allerdings nach der Keimung noch ausdünnen.
Bild Samen und Aussaat Schritt 23
4. Regelmäßig gießen. Wind und Sonne trocknen die Erde schnell aus. Genau wie bei der Anzucht im Haus muss die Erde während der Keimung auch im Freien stets feucht gehalten werden.
Bild Samen und Aussaat Schritt 24
5. Wenn zu viele Setzlinge zu nah beieinander wachsen, sollte man sie zu den auf dem Samenpäckchen empfohlenen Abständen ausdünnen.
Betreten verboten
Vermeiden Sie es, vor der Aussaat das Beet zu betreten oder darauf zu knien. Benutzen Sie ein kleines Holzbrett, um Ihr Gewicht zu verteilen, wenn Sie beim Säen Zugang zum Beet brauchen.
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Quelle des Artikels:
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