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Tomaten anbauen

Artikel von: Nadia Hassani  |  Bild von: Ted Rosen
Tomaten anbauen
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Es gibt zahlreiche Tomatensorten mit Unterschieden in Geschmack, Form, Farbe und Größe. Tomaten schmecken frisch, können jedoch auch leicht als Soße oder Suppe eingefroren werden. Tomaten bevorzugen eine sonnige Lage mit gut wasserdurchlässigem Boden und brauchen bei vergleichsweise hohem Ertrag nur wenig Platz. In diesem Artikel erfahren Sie, wie Sie geeignete Tomatenpflanzen und -samen für Ihren Garten auswählen, Schritt für Schritt Setzlinge einpflanzen und wie Sie Tomaten am besten pflegen, beschneiden und ernten.

Tomaten kultivieren
Tomaten sind kälteempfindliche Pflanzen, die eine sonnige Lage und warme Temperaturen benötigen. Der Boden sollte vor dem Bepflanzen mit Kompost angereichert werden und gut wasserdurchlässig und feucht, aber nicht durchweicht, sein. Tomaten erst anpflanzen, wenn der Boden bereits warm ist und keine Frostgefahr mehr besteht. Um die Erwärmung des Bodens zu beschleunigen, kann man den Boden einige Wochen vor dem Einpflanzen mit schwarzer Plastikfolie abdecken.

Um aus der großen Vielfalt von Tomatensorten die beste Auswahl zu treffen, befragen Sie andere Gärtner in Ihrer Umgebung. Wählen Sie spezielle Züchtungen aus, die gegen Krankheiten resistent sind.

Die Wachstumszeit der Tomaten ist je nach Sorte sehr unterschiedlich. Bei frühen Sorten können Sie schon 60 Tage nach der Aussaat Tomaten ernten, wogegen große Tomaten oft bis zu 90 Tage brauchen und erst im Spätsommer reifen.

Richtig beschnittene Tomaten brauchen nur wenig Platz für eine vergleichsweise üppige Ernte. Eine gesunde Tomatenpflanze produziert je nach Sorte mehr als 5 kg Tomaten.

Da Tomatenpflanzen schnell wuchern, müssen sie vom Boden ferngehalten werden. Im Handel sind spezielle Tomatenstützen erhältlich; man kann auch robuste Stützvorrichtungen selbst bauen. Unabhängig von der Art der Stützen braucht jede Tomatenpflanze um sich herum mindestens eine Quadratfläche von 30 x 30 cm Platz, damit sie gut zugänglich ist und sich nicht mit anderen Pflanzen ins Gehege kommt. Je mehr Sonne die Blätter einer Tomatenpflanze bekommen, desto besser schmecken die Tomaten.

Tomaten gehören zur Familie der Nachtschattengewächse. Tomaten nach den Regeln der Fruchtfolge nicht dort anpflanzen, wo im Vorjahr Auberginen, Paprika, Kartoffeln oder Tomatillos (Blasenkirschen) gewachsen sind.
Pflanzen oder Samen?
Am besten kaufen Sie gesunde, kräftige Tomatensetzlinge in der Gärtnerei. Wenn Sie Tomaten aus Samen im Haus ziehen wollen, brauchen Sie ein großes Fenster mit Südseite und eine zusätzliche Lichtquelle. Ansonsten wachsen die Keimlinge nur schwächlich und bleiben spindeldürr (mehr über das Vorziehen von Setzlingen im Haus hier). Der Kauf von Setzlingen hat außerdem den Vorteil, dass Sie ohne viel Aufwand mehrere verschiedene Sorten ausprobieren und so herauszufinden können, welche Sorten am besten in Ihrem Garten gedeihen.

Lassen Sie die Setzlinge vor dem Einpflanzen im Garten 4 bis 7 Tage draußen stehen, damit sie sich akklimatisieren können (mehr dazu im Artikel Setzlinge umpflanzen). In dieser Zeit die Setzlinge täglich gießen, bei heißem Wetter sogar zweimal am Tag.
Gute und schlechte Nachbarn für Tomaten
Tomaten gedeihen gut neben Spargel, Bohnen, Karotten, Gurken, Zwiebeln, Paprika und vielen Kräutern wie Basilikum, Borretsch, Schnittlauch, Minze, Petersilie, Salbei und Thymian. Tomaten nicht neben Mais, Dill und Kartoffeln anpflanzen.
Tomatensetzlinge pflanzen
Bild Tomaten anbauen Schritt 6
1. Eine 6-8 cm tiefe Furche im Boden ziehen, die groß und tief genug ist, dass die Wurzeln sowie die Hälfte bis zu zwei Drittel des Tomatenstocks hineinpassen. Die Stützvorrichtungen unbedingt vor dem Einpflanzen der Setzlinge in den Boden treiben, denn später können sie die empfindlichen Wurzeln der Tomatenpflanze verletzen.
Bild Tomaten anbauen Schritt 7
2. Etwa 1-2 EL Knochenmehl (erhältlich in der Gärtnerei) in die Mulde streuen.
Bild Tomaten anbauen Schritt 8
3. Tomatenpflanze samt Blättern vorsichtig mit der Spitze in Richtung der Stütze in die Furche legen.
Bild Tomaten anbauen Schritt 9
4. Alle unteren Seitentriebe abzwicken und den Stock anschließend mit Erde bedecken.
Bild Tomaten anbauen Schritt 10
5. Den oberen, blättrigen Teil der Pflanze behutsam aus der Furche nach oben biegen, ohne den Stock dabei zu verletzen.
Bild Tomaten anbauen Schritt 11
6. Die Furche mit Erde auffüllen und die blättrige Pflanzenspitze dabei weiterhin behutsam nach oben biegen.
Bild Tomaten anbauen Schritt 12
7. Die Pflanzenspitze ragt nun senkrecht aus der Erde.
Bild Tomaten anbauen Schritt 13
8. Die Erde um den Tomatenstock herum vorsichtig festdrücken und den Setzling sofort wässern.
Allergische Reaktion gegen Tomatenlaub
Tomatenlaub und -ranken können allergische Reaktionen auslösen. Davor schützen lange Ärmel und Gartenhandschuhe. Nachdem Sie mit Tomatenpflanzen in Kontakt gekommen sind, Hände und Arme gründlich mit Wasser und Seife waschen.
Pflege der Tomatenpflanzen
Tomaten brauchen viel Wasser. Gießen Sie täglich, bis sich die Setzlinge etabliert haben. Danach nur noch soviel wässern, dass die Erde feucht aber nicht durchweicht ist.

Tomatenpflanzen mit einem Dünger aus gleichen Anteilen an Stickstoff, Phosphor und Pottasche mindestens dreimal düngen: das erste Mal nach dem Umpflanzen der Setzlinge, das zweite Mal, wenn die Pflanze ausgewachsene, aber noch grüne Tomaten trägt, und das dritte Mal einige Wochen nach den ersten reifen Tomaten.

Mulchen um die Tomatenpflanzen herum ist sehr wichtig, um das Wachstum von Unkraut zu verhindern. Je mehr Unkraut, desto höher das Risiko, beim Unkrautjäten die empfindlichen Wurzeln der Tomatenpflanze zu verletzen.
Preisgünstiger Mulch für Tomaten
Mit passend zurechtgeschnittener Wellpappe oder einer dicken Schicht Zeitungspapier können Sie preiswert um Tomatenpflanzen herum mulchen. Die Pappe bzw. das Papier anschließend mit Wasser besprühen und zum Beschweren eine feine Schicht Erde darüber streuen.
Stützen und Beschneiden der Tomatenpflanzen
Bild Tomaten anbauen Schritt 17
1. Sie können verschiedene Stützstrukturen käuflich erwerben, um die Tomatenpflanzen vom Boden fernzuhalten. Dazu gehören Tomatenkäfige, Rankgitter, Leitern und Türme. Ganz gleich, wofür Sie sich entscheiden, je robuster desto besser. Mit dem üppigen Blattwerk, Seitentrieben und Früchten trägt die Tomatenpflanze eine große Last. Die Stützstruktur muss fest im Boden verankert sein, damit die Pflanze im Wind und unter der Last der Tomaten nicht umkippt.
Bild Tomaten anbauen Schritt 18
2. Tomatenpflanzen wachsen sehr schnell. In den ersten Monaten verdoppelt sich die Größe der Pflanzen alle 12-15 Tage. Sie produzieren zudem jede Menge Seitentriebe, von denen die meisten entfernt werden sollten (das nennt man "Tomaten ausgeizen"), da sie die Pflanze schwächen und die Qualität der Früchte mindern. Unkontrolliertes Wachstum führt außerdem zu dichtem Blätterwachstum, welches vor allem bei feuchtem Wetter einen Nährboden für Pflanzenkrankheiten darstellt.

Die abzutrennenden Seitentriebe entstehen zwischen dem Hauptstamm der Pflanze und einem Seitentrieb. Diese kleinen Triebe so schnell wie möglich entfernen: Trieb mit Daumen und Zeigefinger ergreifen und so lange vor und zurück bewegen, bis er abbricht. Die kleinen Triebe nicht mit Schere oder Messer abschneiden, um den Rest der Pflanze nicht zu verletzen. Übersehene Seitentriebe, die bereits groß sind, können Sie auch mit einer Schere vorsichtig abtrennen. Es ist wichtig, die Tomatenpflanzen regelmäßig zu beschneiden, um ihr rasches Wachstum zu kontrollieren.
3. Ungefähr einen Monat vor dem ersten Frost den kompletten oberen Teil der Tomatenpflanzen abschneiden. Dadurch kann die Pflanze ihre Energie auf die bereits an den Ranken hängenden Tomaten konzentrieren.
Tomaten in Töpfen ziehen
Tomaten, vor allem kleine, kompakte Zwergvarianten, eignen sich hervorragend für die Topfkultur. Wählen Sie Varianten, die speziell für das Wachsen im Topf gezüchtet wurden. Viele solcher Sorten müssen nicht beschnitten werden.
Tomaten ernten und lagern
Tomaten werden geerntet, wenn sie rot und ganz reif, aber noch fest sind. Tomaten sollten nach dem Ernten nicht mehr in die Sonne liegen. Eine Tomate mit der Hand ergreifen und mit einer leichten Drehbewegung behutsam von der Ranke lösen, ohne die Pflanze zu verletzen.

Rohe Tomaten bei Zimmertemperatur in luftdurchlässigen Behältern aufbewahren. Tomaten nicht in Plastikbeuteln oder luftdichten Gefäßen lagern. Mit Ausnahme von Kirschtomaten Tomaten nicht im Kühlschrank lagern, da sie dadurch ihr Aroma verlieren.
Grüne Tomaten im Haus nachreifen
Grüne Tomaten, die am Ende des Sommers an den Tomatenpflanzen verbleiben, kann man im Haus nachreifen lassen. Sie schmecken zwar nicht so gut wie Tomaten, die am Stock gereift sind, aber immer noch besser als Tomaten aus dem Supermarkt. Grüne Tomaten nebeneinander auf ein mit Zeitungspapier bedecktes Tablett oder in einen Pappkarton mit Luftlöchern legen. Grüne Tomaten brauchen zum Reifen kein Licht. Öfter nachsehen und faulige Tomaten aussortieren.
Rezepte mit Tomaten finden Sie hier.

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Quelle des Artikels:
Allrecipes

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